In diesem Beitrag möchte ich mich mit dem Thema Venture Studios befassen. Als noch recht neue Form der Startup-Unterstützung gewinnen sie zunehmend an Bedeutung und sind aus der derzeitigen Gründer-Szene nicht mehr wegzudenken. Drei Fragen stehen im Mittelpunkt:
- ›Wie lassen sich Venture Studios am besten konzipieren und betreiben?
- ›Was macht ein Venture Studio finanziell lebensfähig?
- ›Wie erfolgreich ist die Venture-Studio-Branche insgesamt?
Struktur der Studios
Venture Studios sind Einrichtungen, die Startups gründen. Sie stellen Startkapital und Ressourcen für die Entwicklung von Ideen, das Testen und den Aufbau von Produkten zur Verfügung und stellen das Gründungsteam zusammen. Als Gegenleistung erhalten die Studios eine Beteiligung an den neu gegründeten Unternehmen.
Die Zahl der Studios wächst schnell – seit 2013 um 625 %, wobei derzeit über 700 Studios weltweit tätig sind. Studios zeichnen sich durch ein voll ausgestattetes Team aus und sind daher viel praktischer als andere Quellen der Startup-Unterstützung wie Beschleuniger und Inkubatoren.
Leistung
Was macht Venture Studios einzigartig? Sie sind ein neuartiger Weg zum Aufbau von Startups: Die Studios entwickeln die Gründungsideen intern, führen erste Tests durch, erstellen frühe MVPs, stellen das Gründerteam ein und können sogar die anschließende Finanzierung übernehmen.
- ›Die Venture Studios agieren als Gründer ihrer Unternehmen und investieren viel Zeit und Mühe in die Ideenfindung, das Testen und die Erstellung von Prototypen.
- ›Die Studios entwickeln einen wiederholbaren Gründungsprozess, der es ihnen ermöglicht, ein Unternehmen nach dem anderen zu gründen – mit Stage Gates, um schlechte Ideen frühzeitig auszufiltern.
- ›Als Gegenleistung für ihre Bemühungen beteiligen sich Studios an den von ihnen gegründeten Unternehmen – zu einem Preis von nahezu 0 Dollar, was einen großen finanziellen Vorteil gegenüber Risikokapital verschafft.
Vergleich mit anderen Modellen
- ›Acceleratoren (Y Combinator, Techstars): 3–6-monatige Programme für Kohorten von Startups, 5–10 % Beteiligung. Fokus auf wachsende Startups mit bestehendem Konzept. Weniger tiefgehende, kürzere Unterstützung als Studios.
- ›Inkubatoren: Ähnlich wie Acceleratoren, aber in einem früheren Stadium, ohne strukturierte Programme und mit flexibleren Unterstützungszeiträumen. 5–15 % Beteiligung. Entwickeln keine eigenen Ideen, sondern unterstützen bestehende.
- ›Risikokapitalfonds (VC): Am weitesten vom Studio-Modell entfernt. Ziel: Finanzmittel bereitstellen, Ad-hoc-Unterstützung über Netzwerk. Keine Mitgründer-Rolle, nicht am Tagesgeschäft beteiligt.
Ideenfindungsprozess und Schwerpunktbereiche
Bei der Gründung eines Venture Studios wird der Schwerpunkt durch den Hintergrund und die Fähigkeiten des Gründers bestimmt. Drei große Schwerpunktbereiche:
- ›Serielles Unternehmertum: Studios werden von erfolgreichen Unternehmern gegründet, die ihren etablierten Ansatz wiederholen und erweitern wollen. Stärke: Ideenfindung, Rekrutierung, operative Führung. Schwäche: Schwierigkeit bei der Kapitalbeschaffung für einen angeschlossenen VC-Fonds.
- ›Investitionshintergrund: Studios mit enger Verbindung zu traditionellen Venture-Investitionen. Stärke: Marktkenntnis, Mustererkennung, Kapitalbeschaffung. Tendenz zu vielen kleinen Wetten und extern generierten Ideen.
- ›Produktentwicklung und -technik: Entstanden aus Agenturen, die Kernkompetenzen bei der schnellen Erstellung von MVPs entwickelt haben. Stärke: Entwicklung und Erprobung. Schwäche: Weniger Erfahrung bei Validierung und Skalierung.
Fazit
Um die Erfolgswahrscheinlichkeit zu erhöhen, empfehle ich Studiogründern, Teams zu bilden, die sich aus jedem Schwerpunktbereich zusammensetzen, um vorherige Erfahrungen zu maximieren und Spezialgebiete zu diversifizieren.